Während Inklusion oft nur ein Schlagwort bleibt, haben drei erfahrene Handball-Schiedsrichter vom TSV Nägel mit Köpfen gemacht. Juliane, Max und Dominick absolvierten erfolgreich die Zusatzausbildung für den Rollstuhlhandball und stehen ab sofort für eine der dynamischsten inklusiven Sportarten Deutschlands an der Pfeife.

Der Wechsel vom klassischen Hallenhandball auf die Variante im Rollstuhl ist weit mehr als nur ein Perspektivwechsel. Im Rahmen eines hybriden Lehrgangs des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes (DRS) lernten die drei Unparteiischen, dass die Grundregeln zwar identisch sind, die Feinheiten jedoch ein völlig neues Auge erfordern.

Zwischen Schrittregel und Rollstuhl-Technik

„Man muss das Spiel ganz neu lesen“, Wo im Stehen die Drei-Schritt-Regel gilt, zählt im Rollstuhlhandball das „Anschieben“: Maximal dreimal dürfen die Räder bewegt werden, bevor der Ball gedribbelt oder abgespielt werden muss. Auch das Spielgerät unterscheidet sich – gespielt wird meist mit einem Ball der Größe 2 ohne Harz, um die Greifbarkeit für alle Akteure zu gewährleisten.

Ein besonderes Augenmerk der Ausbildung lag auf der Sicherheit und der Beurteilung von Rollstuhl-Kontakten. Da der Rollstuhl als Teil des Körpers gilt, müssen die Schiedsrichter blitzschnell entscheiden: War es ein faires Blocken oder ein gefährliches „Rammen“?

Inklusion aktiv mitgestalten

Die Motivation der drei Referees ist klar: Sie wollen den Handballsport in seiner gesamten Breite unterstützen. Mit dem Start der zweiten Saison der Rollstuhlhandball-Bundesliga (RHBL) im Februar 2026 ist der Bedarf an qualifizierten Unparteiischen enorm gestiegen. Die Liga ist mittlerweile auf sieben Teams angewachsen, darunter Größen wie die RSG Blue Bandits Hannover oder die ASV Rolli Rockets Aachen.

„Handball ist Handball – egal ob auf zwei Beinen oder zwei Rädern. Die Emotionen und die Intensität auf dem Feld sind absolut vergleichbar. Es ist toll, Teil dieser wachsenden Community zu sein“, resümiert die drei.